Richard Künzel, Programmdirektor des Goethe-Institutes Kairo-Alexandria zur Vernissage 1998

ôKulturarbeit, wie sie vom Goethe-Institut verstanden wird, richtet ihre Aufmerksamkeit in erster Linie auf einzelne Menschen: Menschen in ihrer Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, Künstler in ihrer Auseinandersetzung mit sich selbst und der Gesellschaft. Kulturstaaten wie Ägypten und Deutschland benötigen keine Staatskultur. Entscheidend für die Glaubwürdigkeit und die Faszination der Arbeit einer Künstlerin, eines Künstlers ist die Entstehung aus der individuellen Künstlerpersönlichkeit heraus und die Wirkung, die von der künstlerischen Arbeit auf die Betrachter ausgeht. Wir begrüßen heute abend im Goethe-Institut Alexandria die Künstlerin Marion Quitz. Frau Quitz ist Absolventin der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Ihr Heimatort ist Burg, ein Dorf südöstlich von Berlin gelegen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Polen, in einer Region, wo man außer Deutsch Sorbisch spricht, eine slawische Sprache. Der eher verschlossene Charakter der sorbischen Landbevölkerung, ihre eigenartigen Geschichten und das Wesen einer von endlosen kleinen Wasserläufen durchzogenen Landschaft, aus der für Marion Quitz ein Gefühl der Einsamkeit und Enge ausgingen, prägen den Hintergrund für das Schaffen der Künstlerin.